Dr. Müllers Notizen zur User Experience - Nr. 2

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Ergonomie, Human Factors und so weiter

Die gute Nachricht: Ergonomie und «Human Factors» sind dasselbe. Die schlechte Nachricht: Die Definition der International Ergonomics Association liest sich wie die Rechtsbelehrung auf einem Bussenzettel: «Human Factors (bzw. Ergonomie) ist die wissenschaftliche Disziplin, welche sich mit dem Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Menschen und anderen Elementen eines Systems beschäftigt, sowie die berufliche Tätigkeit, welche die Theorie, Prinzipien, Daten und Methoden der Gestaltung anwendet, um das menschliche Wohlbefinden und die gesamte Systemleistung zu verbessern.»

Bei der Ergonomie geht es also darum, wie ein Mensch-Maschine-System zu gestalten wäre, damit es effizient, komfortabel und sicher funktioniert. Zu einem solchen System gehört grob gesagt neben dem Menschen noch die Arbeitsumgebung und das Arbeitsinstrument. Nehmen wir den PC-Arbeitsplatz: Hier bilden Raum, Bürostuhl und Arbeitstisch die Arbeitsumgebung. Mit etwas Mut liessen sich heute auch PC und Peripherie zur Umgebung zählen. Das eigentliche Instrument ist ja meist die Software.

Wohl deshalb gibt es auch die Spezialdisziplin der Software-Ergonomie. Sie beschäftigt sich exklusiv mit der Bedienerfreundlichkeit respektive (nach DIN) der Gebrauchstauglichkeit von Mensch-Computer-Schnittstellen. Und wie meist gibt es auch hierfür wieder einen netten Anglizismus, nämlich die Usability.

Egal, ob wir es Ergonomie, Human Factors, Bedienerfreundlichkeit, Gebrauchstauglichkeit oder Usability nennen - immer geht es darum, die Maschinen den Menschen anzupassen und nicht umgekehrt. Zugegeben, das ist eine grosse Aufgabe, die in letzter Konsequenz wohl nicht so bald zu erreichen sein wird. Aber: Sie dient einer guten Sache, die sich UX nennt.