F wie Farbcodierung

Theorie: Unter Farbcodierung versteht man die Strukturierung von Informationen oder Funktionen anhand von definierten Farben. Beispiel Webshop: Lebensmittel sind in der gelben Rubrik zu finden, Reinigungsmittel in der blauen, Kosmetika in der rosaroten. Die Erwartung dahinter: Mithilfe solcher Farbcodes sollen sich die Nutzer leichter orientieren können. 

Realität: Nun ist es leider so, dass der gemeine Webshopper Lebensmittel keineswegs von Natur aus mit der Farbe Gelb in Verbindung bringen würde. Klar, Farbcodes können im Prinzip bei der Orientierung helfen. Farbe ist aber immer auch Information. Ihre Zuweisung ist meist zufällig und basiert bestenfalls auf dem guten Geschmack des Gestalters. Deshalb muss ihre ordnende Funktion, ähnlich wie die von Icons, erlernt und verinnerlicht werden. Wie wir aber wissen: Je mehr Informationen auf einer Website, einer Bedienoberfläche, in einem Handbuch zusammengepfercht sind, umso mehr muss der Nutzer lernen und interpretieren. Das wiederum hilft der Usability nicht wirklich, widerspricht gar ihren Prinzipien. Besonders heikel sind farbgeführte Benutzeroberflächen auf Websites. In der sprichwörtlichen Flüchtigkeit, in der sie genutzt werden, fehlt schlicht die Zeit oder Geduld, um sich die Zuordnungen zu merken. Für den Nutzer ist es in der Praxis kaum relevant, welche Farbe ein Navigationspunkt hat. Eigentlich wissen wir das schon seit den 1990er-Jahren. Damals zeigten Studien, dass sich die Leser von Zeitschriften keinen Deut um die teuren Farbkonzepte scherten, mit denen die Verlage sie durch die Rubriken ihrer Erzeugnisse lotsen wollten. 

Fazit: Man sollte sich also bewusst sein, dass Farbe verarbeitet werden muss und somit die rasche Orientierung nicht unbedingt fördert. Besser ist es, die Nutzer mit klaren Rubriken-Bezeichnungen, konsistenten Begriffen und durchdachtem Layout ans Ziel zu führen. Die Farbcodes werden vom Gehirn eh ratzfatz ausgeblendet.

Christopher Müller

Theorie: Unter Farbcodierung versteht man die Strukturierung von Informationen oder Funktionen anhand von definierten Farben. Beispiel Webshop: Lebensmittel sind in der gelben Rubrik zu finden, Reinigungsmittel in der blauen, Kosmetika in der rosaroten. Die Erwartung dahinter: Mithilfe solcher Farbcodes sollen sich die Nutzer leichter orientieren können. 

Realität: Nun ist es leider so, dass der gemeine Webshopper Lebensmittel keineswegs von Natur aus mit der Farbe Gelb in Verbindung bringen würde. Klar, Farbcodes können im Prinzip bei der Orientierung helfen. Farbe ist aber immer auch Information. Ihre Zuweisung ist meist zufällig und basiert bestenfalls auf dem guten Geschmack des Gestalters. Deshalb muss ihre ordnende Funktion, ähnlich wie die von Icons, erlernt und verinnerlicht werden. Wie wir aber wissen: Je mehr Informationen auf einer Website, einer Bedienoberfläche, in einem Handbuch zusammengepfercht sind, umso mehr muss der Nutzer lernen und interpretieren. Das wiederum hilft der Usability nicht wirklich, widerspricht gar ihren Prinzipien. Besonders heikel sind farbgeführte Benutzeroberflächen auf Websites. In der sprichwörtlichen Flüchtigkeit, in der sie genutzt werden, fehlt schlicht die Zeit oder Geduld, um sich die Zuordnungen zu merken. Für den Nutzer ist es in der Praxis kaum relevant, welche Farbe ein Navigationspunkt hat. Eigentlich wissen wir das schon seit den 1990er-Jahren. Damals zeigten Studien, dass sich die Leser von Zeitschriften keinen Deut um die teuren Farbkonzepte scherten, mit denen die Verlage sie durch die Rubriken ihrer Erzeugnisse lotsen wollten. 

Fazit: Man sollte sich also bewusst sein, dass Farbe verarbeitet werden muss und somit die rasche Orientierung nicht unbedingt fördert. Besser ist es, die Nutzer mit klaren Rubriken-Bezeichnungen, konsistenten Begriffen und durchdachtem Layout ans Ziel zu führen. Die Farbcodes werden vom Gehirn eh ratzfatz ausgeblendet.

Christopher Müller