Wie lernt man Usability? Am besten durch genaues Hinschauen. Beim Besuch der Schule für Gestaltung Zürich bei den Ergonomen wurde aus Alltagsbeispielen, Klebepunkten und unterschiedlichen Perspektiven eine lebendige Diskussion über gute Gestaltung, klare Nutzerführung und vermeidbare Hürden. Ein Vormittag über Usability, der zeigte: Gute Gestaltung beginnt dort, wo man Menschen, Aufgaben und Nutzungskontext ernst nimmt.
Letzten Freitag war es bei uns im Büro etwas lebhafter als sonst. Die Klasse von Boris Périsset der Schule für Gestaltung Zürich war bei den Ergonomen zu Gast – rund 15 Studierende, mit Neugier, Fragen und einer kleinen Hausaufgabe im Gepäck.
Christopher hatte den Vormittag vorbereitet und führte durch die wichtigsten Grundlagen, Praxisbeispiele und Diskussionen. Zum Abschluss moderierte Vroni die Übung mit den mitgebrachten Beispielen. Dort wurde nochmals sehr konkret sichtbar, wie unterschiedlich gute und schlechte Usability wahrgenommen wird.
Zum Einstieg ging es darum, Usability nicht als abstrakten Fachbegriff zu behandeln, sondern als etwas, das uns täglich begegnet: beim Herd, bei der Teekanne, auf Websites, in Formularen, bei Apps oder an Automaten.
Christopher zeigte, wie schnell Gestaltung hilft – oder im Weg steht. Dabei ging es unter anderem um Accessibility, Usability und User Experience, um bewährte Heuristiken und um Beispiele aus Projekten der Ergonomen. So wurde sichtbar: Gute Gestaltung entsteht nicht durch Geschmack allein. Sie entsteht, wenn man Menschen, Aufgaben, Erwartungen und Nutzungskontext ernst nimmt.
Die Studierenden hatten vorab eine einfache Aufgabe erhalten: Bringt ein Beispiel mit, bei dem euch die Usability besonders gut oder besonders schlecht aufgefallen ist. Ausgedruckt, zum Aufhängen, Kommentieren und Diskutieren.
Die Beispiele wurden gemeinsam an die Wand gehängt – gute Beispiele auf die eine Seite, schwierige auf die andere, vieles dazwischen. Danach wurde mit Klebepunkten markiert, welche Beispiele besonders lehrreich waren, wo der grösste Handlungsbedarf sichtbar wurde und welche Beobachtungen sich daraus ableiten lassen.
Besonders spannend war das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Erfahrungshorizonte: viel Usability-Praxis auf der einen Seite, ein frischer Blick auf Alltag, digitale Produkte und Gestaltung auf der anderen. Daraus entstanden einige heitere, manchmal überraschende und oft sehr aufschlussreiche Momente.
Was für die einen selbstverständlich war, war für die anderen erklärungsbedürftig – und umgekehrt. Genau diese Differenzen machten die Diskussion lebendig. Denn sobald mehrere Personen vor denselben Beispielen stehen und unterschiedlich reagieren, merkt man schnell: Usability ist selten eine Frage eines einzelnen Elements. Es geht um Kontext, Erwartung, Gewohnheit und den Moment, in dem ein System entweder mitdenkt – oder eben nicht.
Vroni moderiert die Übung mit den guten und schlechten Usability-Mitbringseln.
Für uns als Ergonomen ist der Austausch mit Studierenden der Gestaltung mehr als ein netter Besuch. Usability-Denken früh zu vermitteln heisst, Nutzerzentrierung nicht als spätere Korrektur zu verstehen, sondern als festen Bestandteil guter Gestaltung.
Gleichzeitig lernen auch wir bei solchen Formaten immer wieder dazu. Frische Augen sehen Dinge, an denen man im Alltag leicht vorbeigeht. Manchmal reicht ein Stapel ausgedruckter Beispiele, eine Wand und ein paar Klebepunkte, um wieder sehr deutlich zu sehen, worum es bei Usability geht: Menschen sollen verstehen, entscheiden und handeln können – ohne unnötige Hürden.
Danke an die Schule für Gestaltung Zürich für den Besuch. Wir freuen uns auf das nächste Mal.
Usability Consultant
Veronika is passionate about crafting excellent, user-centered copy. With a background in marketing and PR, she understands the crucial role that precise wordings play in our everyday lives—and brings this insight to UX writing and our agency’s external communications with empathy and creativity. Her experience in UX design, concept development, and strategic communication rounds out her profile.